Die Entwicklung der Vertriebskanäle

Ende Jänner 2023 veröffentliche die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) die in ihrem Auftrag erstellte Vertriebsstudie Hotellerie Österreich: „Post-Pandemische Hotel Buchungstrends in Österreich – Resultate einer Online-Umfrage zur Vertriebssituation in der Hotellerie in Österreich im Jahr 2022“, so der wissenschaftliche Originaltitel.

 

 

Vertriebskanäle Österreich 2022

Vertriebskanäle in der Hotellerie

Unter einer Direktbuchung versteht man die Buchung eines Hotelaufenthaltes über die hoteleigenen, direkten Kanäle. Dass Direktbuchungen in der Regel sowohl Vorteile für Gäste als – vor allem – auch für die Gastgeber haben, liegt auf der Hand. Hoteliers stehen ständig vor der Herausforderung, wie sie für den eigenen Betrieb mehr Direktbuchungen und bessere Preise erzielen können.

Direkte Buchungskanäle (Telefon, Fax, Walk-ins, E-Mail, Formular oder Buchungssystem auf der eigenen Website) sind mit 69 % der Logisnächte die wichtigsten Verkaufsschiene in der Hotellerie und im Jahr 2022 im Vergleich zu 2021 minimal gewachsen (+ 0.3 %). Über E-Mail (24 %) und Telefon (15 %) werden dabei weiterhin die meisten Nächtigungen generiert.

Der unverändert hohe Anteil bei den Direktbuchungen ist vermutlich wie 2021 auf die veränderte Gästestruktur (weniger ausländische Gäste, wenig Gäste aus Fernmärkten), den Rückgang im
Geschäftstourismus und die veränderten Gästebedürfnisse (erhöhter Informationsbedarf ) im Nachgang der Pandemie zurückzuführen.

Vertriebskanäle Österreich: Vergleich 2011-2022

Rolle der OTAs in Österreichs Hotellerie

Wie in der Schweiz 2020 ist auch in Österreich während der Pandemie eine Trendumkehr zu beobachten: Es gibt mehr Direktbuchungen und weniger Buchungen über OTAs (Online Travel Agencies, also elektronische Reiseportale) im Vergleich zur Vor-Pandemiesituation.

Vertriebstrends Österreich 2011-2022

Elektronischer Vertrieb: Insgesamt wurden 37 % (35 % im Jahr 2021) der Nächtigungen in Echtzeit über Online-Kanäle (OTAs, hoteleigene Booking Engines, GDS, CRS der Hotelketten oder Social Media) generiert. Die Online-Buchungsportale (OTA) machten nach wie vor den größten Anteil aus (20 %), aber nahmen im Vergleich zu 2019 pandemiebedingt ab (-4.5 Prozentpunkte).

Vertriebstrends Österreich 2011-2022, Fokus elektronischer Vertrieb

Im Vergleich zur europäischen Hotellerie ist der Anteil der Direktbuchungen in der österreichischen Hotellerie deutlich höher und der Marktanteil der OTAs niedriger.

Spannend: Rund 30% der Stammgäste buchen zu 100% direkt und bei zwei Drittel der Stammgäste werden zwischen 80-100% der Buchungen direkt gemacht. Fast 10% der Stammgäste nutzen fast ausschließlich OTAs für die Buchung.

Nutzung Buchungstechnologie

Rund 60 Prozent der Hotels pflegen ihre Verfügbarkeiten auf den Online-Buchungsportalen via Channel Manager. 55 % (62 % im Jahr 2021) aller Hotels verfügen über eine permanente Anbindung / Schnittstelle des hoteleigenen Buchungssystems zur Auffindung der Verfügbarkeiten in Metasuchmaschinen. Google Ads wird mit 77 % am intensivsten genutzt,
vor TripAdvisor (60 %) und Trivago (49 %). Bei 58 Prozent zeichnet sich der Eigentümer selbst für die Pflege der Raten und Verfügbarkeiten verantwortlich.

Nur knapp 18 % der befragten Hotels verfügen über einen eigenen Revenue Manager, zu 38 % wird den Rezeptionskräften in dieser Frage vertraut. Bereits 32 % der Betriebe gaben an, gänzlich über Dynamic Pricing oder Yield Management tagesaktuelle Preise einzusetzen. Rund 29 % setzen auf eine Mischstrategie, in der auch die Saisonzeiten berücksichtigt werden.

Vertriebskanäle: Verantwortung Pflege Raten und Verfügbarkeiten

Weiterführende Links zur Entwicklung der Vertriebskanäle

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