Erfolgsrezept Gesundheitstourismus

Der Gesundheitstourismus entwickelt sich immer mehr zu einem wachsenden Trend der Tourismusbranche. Der Begriff Gesundheitstourismus versteht sich dabei als Oberbegriff für Reisen, bei denen gesundheitliche Dienstleistungen oder medizinische Behandlungen einen Schwerpunkt bilden. Ziel solcher Aufenthalte sind die Erhaltung, die Stabilisierung oder die Wiederherstellung der eigenen Gesundheit.

Der Gesundheitstourismus weist unterschiedlichste Ausprägungen auf, deren Komplexität sich zeigt, wenn man einen Blick auf die vielen unterschiedlichen Segmente wirft, die aus dieser Tourismussparte bereits entstanden sind. Die Begriffe unterscheiden sich im Wesentlichen durch die Anwendungen und die Bandbreite reicht von Wellness über Prävention bis hin zu operativen Eingriffen. Die Differenzierung der verschiedenen Segmente im Gesundheitstourismus ist nicht immer eindeutig, jedoch bildet ein gesundheitlich begründeter Aufenthalt immer die Basis.

Im aktuellen Artikel wird auf die wichtigsten Teilbereiche und deren Unterschiede kurz eingegangen.

 

 

Medizintourismus

Dieser Bereich des Gesundheitstourismus lässt sich auch als Patiententourismus bezeichnen, dem ein grenzüberschreitender Verkehr von Patienten zur Konsumation medizinischer Dienstleistungen zu Grunde liegt. Motive für die Konsumation im Ausland sind für gewöhnlich Kostenersparnisse gegenüber den heimischen Anbietern, da die Kosten in der Regel von den Patienten selbst getragen werden. Der Medizintourismus richtet sich vor allem an kranke Menschen und lässt sich daher gut zu den anderen Bereichen abgrenzen.

Kurtourismus

Der Kurtourismus wird häufig als traditioneller Gesundheitstourismus definiert und vereint die Angebote der Kurorte. Der Zweck der Reise ist die Teilnahme an einer Kur, weswegen sich diese Form des Gesundheitstourismus an bereits erkrankte Menschen richtet. Ein Kuraufenthalt kann zur Prävention erfolgen, wird grundsätzlich aber zu Behandlung chronischer Krankheiten oder zur Rehabilitation angeordnet. Kuren werden von Ärzten verordnet und zumindest zum Teil von der Krankenkasse finanziert. Es wird in der Regel eine Aufenthaltsdauer von drei Wochen vorgeschrieben, damit sich die Wirkungen der Maßnahmen entfalten und nachhaltig wirken können.

Thermen

Die Thermen- und Badekultur blickt auf eine lange Historie zurück und diente grundsätzlich zur Förderung der Gesundheit. In der heutigen Zeit versteht man darunter im weiteren Sinne eine öffentliche Badeanlage mit verschiedenen Becken und Pools. Das mineralisierte Wasser wird direkt aus dem Erdreich befördert und aufbereitet. Häufig findet auch salzhaltiges Wasser in sogenannten Solebädern Anwendung. Das Thermalwasser enthält Inhaltsstoffe wie Schwefel, Kohlensäure oder Radon, die über die Haut aufgenommen werden. Diese Aufnahme wirkt sich gesundheitsfördernd auf den Körper aus und kann insbesondere bei Hautkrankheiten aber auch bei Erkrankungen des Bewegungsapparates unterstützend wirken.

Medical Wellness

Grundsätzlich versteht man darunter die Kombination fundierter medizin-therapeutischer Anwendungen zum Erhalt der Gesundheit. Dieser Bereich spricht insbesondere jene Menschen an, die ihr Wohlbefinden unter der Begleitung medizinischer Kompetenz stärken oder zurückerlangen möchten. Es sind daher überwiegend präventive Beweggründe, die zu einer Konsumation der Leistungen führen. Die Diagnostik bildet dabei ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu dem klassischen Wellnesstourismus. Im Gegensatz zu dem Kurtourismus richten sich jene Angebote an Selbstzahler, weswegen der Anspruch an die Hoteleinrichtung und an die medizin-therapeutischen Resultate auch sehr hoch ist. Der Arzt fungiert während des Aufenthaltes lediglich als Gesundheitsberater, weswegen der Erfolg des Aufenthaltes letztlich auch vom Wille des Gastes abhängig ist. Der Spezialisierungsgrad ist sehr hoch und ist auf den zuständigen Arzt beziehungsweise das Ärzteteam zurückzuführen. Wenngleich medizinische Anwendungen im Vordergrund stehen sind Gäste nicht als Patienten zu betrachten. Im Medical Wellness Bereich werden in Top-Hotels hochwertige Packages zur Gesundheitsförderung mit Hilfe spezialisierter medizinischer Anwendungen geschürt, weswegen sich dieser Bereich von einem medizinischen Klinikaufenthalt stark unterscheidet.

Die Gründe für einen Aufenthalt in einem Medical Wellness Betrieb sind in der Regel präventiver Natur. Dabei handelt es sich um sehr unterschiedliche Motive, um Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen. Die folgende Darstellung fasst die Ursachen anhand 4 unterschiedlicher Kategorien zusammen. Daraus resultieren wiederum Angebotsschwerpunkte, die für die Positionierung am Markt notwendig sind:

Wellnesstourismus

Wellness definiert sich als einen Zustand des Wohlbefindens und wird auf Grund seiner Beliebtheit von vielen Hotels als Positionierungsmerkmal herangezogen. Der Beweggrund zum Antritt eines Wellnessurlaubes liegt in der Förderung und dem Erhalt des Wohlbefindens. Die Angebote im Wellnesstourismus richten sich vor allem an gesunde Menschen, die ihrem Körper und ihrem Geist etwas Gutes tun wollen, wobei auch Beauty-Anwendungen in diese Kategorie fallen. Wellnessurlaube werden vorrangig von Paaren konsumiert, um dem Stress des Alltags zu entfliehen. Die Effekte des Wellnesstourismus zielen dabei weniger auf präventive Maßnahmen ab, sondern stellen die körperliche und geistige Entspannung in den Vordergrund, weswegen auch von einem Erholungsurlaub gesprochen werden kann.

Gesundheitsorientierter Tourismus

Hierbei handelt es sich um eine andere Form des Erholungstourismus bei dem jedoch die eigene Gesundheit im Vordergrund steht und Angebote in Richtung Präventivmaßnahmen gelenkt werden. Im Gegensatz zum Medical Wellness erfolgen kaum medizinische Anwendungen, sondern gesundheitsfördernde Maßnahmen in Form von mentalen Coachings und therapeutischen Leistungen.

Fazit

Der Gesundheitsmarkt ist ein Zukunftsmarkt und daher wird auch nach Angeboten im Gesundheitstourismus die Nachfrage weiter steigen. Die Positionierung eines Hotels als Spezialist in einem Teilbereich des Gesundheitstourismus ist – gut umgesetzt – jedenfalls vielversprechend. Nicht zuletzt bieten die richtige Positionierung auch im Gesundheitstourismus einen eindeutigen Wettbewerbsvorteil und kann im Marketing und in der Zielgruppenansprache perfekt eingesetzt werden.

Um die Begrifflichkeiten rund um den Gesundheitstourismus besser voneinander trennen zu können, haben wir in der Prodinger Tourismusberatung folgende Übersicht erstellt:

Diesen Artikel teilen:

Share on facebook
Share on twitter
Share on email
Share on telegram
Share on whatsapp

We are social

Facebook

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Facebook.
Mehr erfahren

Beitrag laden

Du hast Fragen zu den Schlüsselthemen der Hotellerie?

Neugierig?

Hier findest du noch weitere spannende Artikel

Betrieb & Organisation

Wie entsteht Gästebegeisterung?

Wie entsteht Begeisterung bei den Gästen? Wodurch entstehen der sogenannte Wow-Effekt und damit die gewünschte Mundpropaganda am Markt? Warum gibt es überhaupt „Benimmregeln“? Wer legt

WEITERLESEN »
Strategie & Marke

Zentraler Faktor: Gästeanforderungen

Um Gäste bzw. Zielgruppen zu erreichen und sie im Hotel zufriedenzustellen muss man ihre Befindlichkeiten und Orientierungen, ihre Werte, Lebensziele, Lebensstile und Einstellungen genau kennen

WEITERLESEN »