Digitales Lernen im Tourismus

Im aktuellen Podcast spricht die „Appetitmacherin für Wissen“, Margot Maaß, über Chancen und Nutzen von digitalem Lernen im Tourismus. Margot hat sich auf den Einsatz digitaler Tools zur Wissensvermittlung spezialisiert. Als Mehrwert liefert sie ihren Kunden wertvolle Tipps, wie sie Erkenntnisse der modernen Hirnforschung für die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter und -innen in der Praxis nutzen können. Im aktuellen Podcast verrät sie uns, wie eine Wissens-App bei der Schulung und bei Onboarding-Prozessen dienlich sein kann und schließlich zur Qualitätssteigerung führt.

Kernaussagen

  • Unser Gehirn kann und will nichts lieber als lernen, gleichzeitig versucht es, Energie zu sparen. Wir brauchen daher gute Nutzen-Argumente, um Menschen geistig in Bewegung zu bringen.
  • Menschen sind bereit zu lernen, wenn der Leidensdruck hoch ist oder wenn es Aussicht auf Belohnung gibt.
  • Es ist wichtig, Mitarbeiter – von Anfang an – in Projekte einzubinden und ihre Ideen anzuhören.
  • Was müssen meine Mitarbeiter wissen, damit sie ihren Job gut machen können? Diese Frage zu klären, ist Führungsaufgabe.
  • Die Verantwortlichen sind gefordert, ihren Mitarbeiter ein smartes Blended-Learning Programm anzubieten, d.h. eine sinnvolle Kombination von Präsenzschulungen und digitalem Lernen.
  • Microlearning ist Fingerfood fürs Gehirn – Lernen in kleinen, regelmäßigen Schritten, wann und wo es für den Lernenden gerade passt.
  • Content ist King, noch immer!

Transkript der Podcast-Folge

Marco: Hallo liebe Margot und vielen Dank, dass du mir für das heutige Interview zur Verfügung stehst. Ich habe in der Einleitung schon ein wenig von dir und von unserem heutigen Thema erzählt. Aber sei doch so gut und stell dich unseren Hörerinnen und Hörern selbst noch einmal vor. Wer bist du, und womit beschäftigst du dich?    #00:01:14-2#

Margot: Sehr gerne, und vielen Dank für die Einladung. Mich fasziniert das Thema Lernen. Das ist mir nicht nur persönlich wichtig, sondern bringt mich auch in meiner beruflichen Tätigkeit weiter. Es ist mir ein großes Anliegen, Menschen zu inspirieren, und deshalb bezeichne ich mich gerne als „Appetitmacherin für Wissen“. Bevor ich vor acht Jahren die Microlearning Academy gegründet habe, war ich lange Zeit im Tourismus und insbesondere für die Hotellerie tätig, unter anderem als Leiterin der Akademie der österreichischen Hoteliervereinigung. Ich kenne die Bedürfnisse und die Herausforderungen der Branche ziemlich gut, und mit der Microlearning Academy unterstütze ich meine Kunden optimal. Dabei helfen mir eine Schulungs-App sowie das österreichische Unternehmen Knowledge Fox. Gemeinsam bauen wir Wissen in den Betrieben nachhaltig auf und ermöglichen zeit- und ortsunabhängige Mitarbeiterschulungen.    #00:02:22-5#

Ich selbst liebe es, mir neues Wissen anzueignen, aber ich weiß natürlich, dass nicht alle Menschen eine Motivation für das Lernen mitbringen. Ein sehr interessantes Feld ist die Gehirnforschung, denn die Wissenschaft kann uns bei unseren kognitiven Herausforderungen unterstützen. Dabei geht es um die Fragen, wie Lernen Spaß machen kann, wie man Menschen geistig in Bewegung bringt und wie wir ein Umfeld schaffen können, das uns beim Lernen voranbringt. Die moderne Hirnforschung liefert uns wertvolle Antworten und Erkenntnisse.    #00:03:19-1#

Marco: Das ist sehr interessant, denn auch ich habe mich schon mit der Neurowissenschaft auseinandergesetzt, und zwar im Zuge von Preiswahrnehmungen und Preissensibilität, wo ebenfalls spannende Studienergebnisse vorliegen. In Bezug aufs Lernen freue ich mich sehr über deine Erkenntnisse.    #00:03:40-7#

Margot: Wenn es ums Lernen, um Weiterentwicklung und um Veränderung geht, kommt man an den Abläufen im Gehirn nicht vorbei. Dabei ist es fast schon ein Paradoxon, dass unser Gehirn einerseits lernen möchte, andererseits jedoch versucht, Energie zu sparen, Stichwort „Komfortzone“. Wir möchten an Gewohntem festhalten, denn es gibt uns Struktur und Sicherheit. Gleichzeitig kann und will unser Gehirn nichts lieber als lernen. Und dafür müssen Routinen durchbrochen werden. Das wiederum kostet mehr Energie. Mit diesen Gegensätzen müssen wir umgehen. Damit unser Gehirn nicht verkümmert, müssen wir es fordern, frei nach der Devise „use it or loose it“. Es gibt zwei Gründe, die Menschen dazu bringen, sich verändern zu wollen. Der eine Grund ist ein Leidensdruck, dem man entfliehen möchte, und der andere ist die Aussicht auf eine Belohnung.    #00:05:07-2#

Ein weiterer wichtiger Punkt dreht sich um die Frage, wie wir neuronale Verbindungen in unserem Gehirn aufbauen können. Wir müssen unsere Mitarbeiter in Projekte involvieren, sei es beim E-Learning oder bei der Entwicklung einer Vision. Wir müssen ihre Meinungen erfragen und ihre Ideen abholen. Wenn Menschen an einem Projekt von Anfang an mitarbeiten können, dann richtet sich ihr Gehirn auf eine optimale Leistung aus.     #00:05:49-6#

Marco: Das hat sicher auch etwas mit der intrinsischen Motivation zu tun. Wenn ich an der Erreichung eines Ziels eingebunden bin, dann will ich mich gerne beteiligen.    #00:05:54-8#

Margot: Ja, absolut. Wenn ich das Warum und den Sinn der Arbeit verstehe, die ich leiste, dann bin ich motiviert. Wie du richtig sagst, ist es das Ziel, die intrinsische Motivation zu wecken. Das funktioniert über einen gewissen Zeitraum hinweg auch mit der extrinsischen Motivation, aber nicht auf Dauer. Des Weiteren ist es wichtig, eine adäquate Umgebung zu schaffen, damit Menschen gut lernen können. Dazu gehört eine passende Unternehmenskultur, Wertschätzung und Respekt. In einem positiven Arbeitsumfeld produziert unser Gehirn das Hormon Oxytocin, einen wahrhaftigen Booster fürs Lernen.    #00:06:57-2#

Lernen funktioniert über Wiederholung. Üben, üben, üben, dieses Konzept kennt jeder Profisportler und jeder Musiker, um richtig gut zu werden. Aristoteles hat gesagt, „wir sind, was wir wiederholt tun“.    #00:07:22-1#

Marco: Das ist spannend. Ich hoffe, dass die meisten Menschen Dinge tun, die sie sein wollen. Es ist hilfreich, die Hintergründe unserer Gehirnfunktionen zu kennen. Du hast angesprochen, dass auch die Unternehmenskultur ein wichtiger Faktor ist, um gut lernen zu können. Dabei geht es um die Rahmenbedingungen, die ich nutzen kann. Bei uns geht es heute um das Lernen im touristischen Kontext, und das Microlearning wird im Tourismus häufig eingesetzt. Wie hat sich deiner Erfahrung nach der Zugang zur Weiterbildung in der Hotellerie verändert?    #00:08:10-6#

Margot: Damals, als ich meine Microlearning Academy gegründet habe, war das E-Learning noch nicht wirklich ein Thema. Ich habe den einen oder anderen Kunden erst auf die Idee bringen müssen, sich mit dieser Art der Mitarbeiterschulung auseinanderzusetzen. Inzwischen hat sich viel getan, und auch Corona hat natürlich neue Maßstäbe gesetzt. Unternehmen erkennen die Vorteile von digitalen Tools, ganz besonders in der Mitarbeiterqualifizierung. Die Frage ist nicht, ob ich in meinem Unternehmen damit starte, sondern wann.    #00:09:11-1#

Marco: Digitales Lernen ist ein Überbegriff, der viele Bereiche beinhaltet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man lediglich ein klassisches Handbuch 1:1 digitalisiert, auf einer Plattform einstellt oder auf YouTube vorliest. Digitales Lernen funktioniert anders, und damit kommen wir zu deiner Microlearning Academy. Was bedeutet „Microlearning“?    #00:09:52-7#

Margot: Microlearning ist wie Fingerfood fürs Gehirn. Ihr seht, es dreht sich wieder alles um unser Gehirn, weil es so wichtig ist. Lerneinheiten werden in kleine Wissenshäppchen verpackt. Das können in der Tat kurze YouTube-Videos sein. Im Falle unserer Schulungs-App sind es smarte Wissenskarten. Dort sind Audios, Videos und Links eingebaut. Du hast ganz richtig gesagt, dass man die Inhalte nicht 1:1 in eine Online-Plattform transferieren kann. So funktionierte E-Learning vor 15 Jahren, aber heute muss man sich mehr Mühe geben. Diese Methode war definitiv nicht erfolgreich.    #00:10:49-9#

Das Spannende ist, dass Mitarbeiter mit mobilen App-Lösungen lernen können, wo und wann sie wollen. Sie entscheiden selbst, wann es für sie am besten passt. Und das ist neu. Es gibt eine aktuelle Studie des MMP-Instituts, die herausgefunden hat, dass Microlearning für das betriebliche Lernen in Zukunft von großer Bedeutung sein wird. Ich möchte noch einen weiteren wichtigen Punkt ansprechen. Ich bin ein großer Fan des Blended-Learning-Ansatzes. Das ist eine Kombination von digitalem Lernen und Präsenzschulungen wie Seminare, Workshops oder On-the-Job-Trainings. Wichtig ist, dass ein persönlicher Austausch am Arbeitsplatz stattfindet. Das bedeutet aber auch, dass die Verantwortlichen in den Personalabteilungen gefordert sind, ein taktisch kluges Konzept zu erstellen, das eine gute Kombination zwischen digitalem Lernen und Präsenzschulungen ermöglicht. Auf diese Weise werden die Stärken von beiden Kanälen genutzt und vor allem die kostbare Zeit der Präsenzschulungen.    #00:12:40-9#

Marco: Damit wirkst du der oftmals vorherrschenden Angst entgegen, dass der persönliche Austausch unter der Digitalisierung leidet. Die Kombination von beidem scheint mir ein sehr wichtiger Faktor zu sein. Man lernt nicht nur wissensbasiert, sondern auch aufgrund des Erfahrungsaustausches mit anderen.    #00:13:06-5#

Margot: Auch hier ist es wichtig zu erkennen, dass wir fürs Lernen Emotionen benötigen. Wir sind aufgefordert, die Menschen zu emotionalisieren. Das gelingt sogar mit einer App, wie wir sie anbieten. Ich habe einige gute Ideen, wie man Inhalte so gestaltet, dass es menschelt und dass man miteinander kommuniziert. Die Atmosphäre entspannt sich, wenn der Abteilungsleiter etwas Persönliches von sich erzählt, zum Beispiel, welchen Weißwein er gerne trinkt. Da gibt es viele spannende Sequenzen, die man einbauen kann und bei denen die Leute das Gefühl haben, es ist nicht alles anonym, sondern es sind auch andere Menschen beteiligt, wenn man einen Kurs durchläuft.    #00:14:06-0#

Marco: Der Abteilungsleiter stellt den Wein vor, zu dem einen persönlichen Bezug hat. Das ist ein gutes Beispiel. Microlearning ist branchenunabhängig, aber warum ist es für die Hotellerie besonders gut geeignet? Geht es um die Zeitersparnis, die mir das Lernen in kleinen Häppchen ermöglicht? Wenn ich mir die Lerneinheiten zwischen meine Arbeitsschichten so legen kann, wie sie am besten in meinen Zeitplan passen, dann ist das ein großer Vorteil.    #00:14:41-8#

Margot: Das ist tatsächlich ein wichtiger Punkt. Ich kann die Stehzeiten besser nutzen, die es in der Hotellerie gibt. Viele Branchen stehen ähnlichen Herausforderungen gegenüber. Mein Fokus liegt auf Tourismus und Hospitality, und da sind die Fragen meist ähnlich. Wie schaffe ich es, in kurzer Zeit viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dieselben Inhalte zu schulen? Manche Themen müssen schnell und akkurat vermittelt werden, zum Beispiel Sicherheit und Hygiene, besonders in Zeiten wie diesen. Wie kann ich neue Mitarbeiter effektiv schulen, wenn gerade keine Schulungen geplant sind? Über dieses Tool kann ich Wissen sehr einfach zur Verfügung stellen.    #00:15:45-7#

Aus der Lernpsychologie wissen wir, dass wir bereits drei Wochen nach einem Seminar 85 Prozent der Inhalte vergessen haben. Hier muss ich ansetzen, denn verlorengegangenes Wissen kostet unnötig Zeit und Geld.    #00:16:05-0#

Marco: Da sind wir wieder beim Thema Wiederholen und Üben.    #00:16:07-7#

Margot: So ist es. Eigentlich ist es ganz logisch und einfach, wenn man sich mit den grundsätzlichen Fragen beschäftigt hat. Ein weiterer Punkt, der in Gesprächen immer wieder auftaucht, sind die Schulungsunterlagen. Wie schaffe ich es, sie aktuell zu halten? Sobald wir ein Handbuch fertiggestellt haben, sind die Informationen der ersten Seiten bereits schon wieder veraltet. Unsere App lädt die Lernenden ein, Feedback zu geben. Wenn ein Mitarbeiter merkt, dass ein Inhalt nicht zeitgemäß ist, dann kann er uns das direkt über das System mitteilen. Damit involviere ich die Mitarbeiter, und sie sind automatisch Teil des Projektes. Auf diese Art und Weise mache ich die Teilnehmer zu Partnern, und das steigert ihre Motivation.    #00:17:31-8#

Ein weiterer Punkt ist, dass die Kadermitarbeiter, die bereits seit vielen Jahren im Unternehmen sind, sich immer wieder das Gleiche anhören müssen beziehungsweise es den neuen Mitarbeitern vermitteln müssen. Ganz ehrlich, das macht niemandem Spaß. Unsere App ist ein gutes Hilfsmittel, um die Arbeitszeiten jedes einzelnen effektiver zu nutzen, vor allem, wenn es um Faktenwissen geht.    #00:18:11-8#

Marco: Das ist ein großer Bereich, der gerade in der Hotellerie essenziell ist, denn Onboarding-Prozesse sind bei neuen Mitarbeitern oft aufwändig. Es ist deshalb eine gute Idee, die klassischen Team-Handbücher interaktiv zu gestalten, um den Mitarbeitern verschiedene Prozessschritte näherzubringen. Ist Microlearning auch für Führungskräfte interessant?    #00:18:39-6#

Margot: Wissen lässt sich genau auf die Schulungsinhalte eines Unternehmens maßschneidern, zum Beispiel, wenn es um Leitlinien, Qualitätshandbücher und abteilungsrelevantes Wissen geht. Aber natürlich gibt es auch generelle Bereiche, die vermittelt werden müssen wie etwa Cyber Security, DSGVO-Verordnung oder ganz allgemein alles rund um das Thema Kommunikation und den Umgang miteinander. Alle diese Wissensbereiche stehen natürlich auch Führungskräften offen, und sowohl Knowledge Fox als auch die Microlearning Academy bieten entsprechende Kurse an. Man muss nicht alles im Unternehmen selbst entwickeln und erfinden.    #00:19:33-0#

Marco: Der Prozess der Inhaltserstellung ist sicher sehr komplex. Viele Hotels hinken in Sachen Digitalisierung noch hinterher und sind froh, wenn beim Weggang eines Mitarbeiters wenigstens handschriftliche Aufzeichnungen vorhanden sind und das wichtige Wissen nicht verlorengeht. Es kann sich zu einer Mammutaufgabe entwickeln, digitale Prozesse anzustoßen, noch bevor ich überhaupt an Microlearning denken kann. Wie beginnt man am besten mit der Digitalisierung eines solchen Projekts?    #00:20:12-3#

Margot: Wenn es nur handschriftliche Aufzeichnungen gibt, dann wird es wirklich ein Mammutprojekt!    #00:20:23-6#

Marco: Das war jetzt die Hardcore-Version.    #00:20:25-4#

Margot: (Lacht) Gehen wir davon aus, dass es bereits ein Handbuch gibt, das auf dem aktuellen Stand ist. Das ist die Basis für eine gute Weiterentwicklung von Informationen. Dieser Prozess bietet die Gelegenheit, die Inhalte zu überarbeiten. Dabei muss als Erstes herausgearbeitet werden, was die Mitarbeiter tatsächlich wissen müssen, um ihren Job gut machen zu können. Diese Frage stellen sich leider viel zu wenig Unternehmer. Das ist die erste Hausaufgabe, die jede Führungskraft erledigen muss. Wie soll ich sonst wissen, in welchen Bereichen wir die Mitarbeiter schulen müssen und worauf die Mitarbeitergespräche basieren? Es hängt immer alles mit allem zusammen.    #00:21:34-2#

Meine Erfahrung aus anderen Projekten hat mich gelehrt, dass Abteilungen und Mitarbeiter auf einer möglichst breiten Basis in Projekte involviert werden müssen. Sie sollen von Anfang an mit dabei sein und ihre Ideen und Erfahrungen einbringen. Spätestens für die Contenterstellung benötige ich die Expertise der Mitarbeitenden.  Wir haben vorhin gehört, dass es motiviert, wenn man Menschen nach ihrer Meinung fragt. Natürlich wollen wir außerdem das Fachwissen in unsere Wissensdatenbank einbinden. Wir wollen das implizite Wissen von guten Leuten explizit machen und in Form von Wissenskarten dokumentieren. Dazu starten wir auf einer möglichst breiten Basis. Natürlich müssen die Daten der Wissenskarten aktuell und für die jeweilige Zielgruppe relevant sein. Denn der Mitarbeiter fragt sich, welchen Nutzen und welcher Vorteil ihm die Schulung bringt. Das muss berücksichtigt werden.    #00:23:31-5#

Marco: Der Mitarbeiter muss nicht nur die nötigen Informationen haben, um seinen Job gut machen zu können, sondern er muss auch erkennen, warum er das Wissen benötigt.    #00:23:39-6#

Margot: Eine geeignete Art, Wissen zu vermitteln, sind Fallbeispiele. Ich beschreibe eine Situation und frage nach einer Lösung. Ein Gast checkt ein, und wir stellen fest, dass kein Zimmer frei ist. Was machen wir? Es gibt verschiedene Antwortoptionen. Relevante Fragen sind Fragen, die die Mitarbeiter beschäftigen.   #00:24:17-2#

Marco: Die Inhalte sollten möglichst praxisnah sein.    #00:24:18-9#

Margot: So praxisnah wie möglich, so dass der Teilnehmer das Gefühl hat, er fühlt sich sicher. Das ist gerade für neue Mitarbeiter wichtig, die weder den Arbeitsplatz, den Chef noch die Kollegen kennen. Es gehört zur Führungsaufgabe, ihnen Sicherheit zu vermitteln. Sie zu schulen, um sie auf ihre neue Aufgabe vorzubereiten ist das Mindeste, was ich tun kann.      #00:24:47-9#

Marco: Gehen wir davon aus, wir haben unsere Inhalte super aufbereitet. Wir wissen, in welchen Bereichen wir den Mitarbeiter schulen wollen, und wir kennen den Nutzen, den es ihm bringt. Dann hängt immer noch viel davon ab, dass der Teilnehmer das Tool auch wirklich nutzt, um sich aktiv weiterzubilden. Wie können solche Prozesse am besten in den Arbeitsalltag integriert werden? Auch hier gibt es wesentliche Unterschiede zwischen Präsenzschulungen und der Nutzung einer App.    #00:25:19-0#

Margot: Grundsätzlich kann ich als Lernender selbst entscheiden, wo und wann ich lernen möchte. Das ist ein sehr selbstbestimmter Prozess. Die App steht sowohl auf den mobilen Geräten als auch auf dem Desktop zur Verfügung. Das Spannende ist, dass die Menschen sehr unterschiedlich ticken. Der eine lernt am besten, während er im Bus zur Arbeit fährt, und der andere benötigt eine ruhige Umgebung, um sich zu konzentrieren. Er setzt sich lieber nach Feierabend zu Hause mit dem Thema auseinander. Alles ist möglich, und es gibt viele verschiedene Alternativen, die in der Praxis funktionieren. Die Projektverantwortlichen sind gefordert, interessanten Content zu entwickeln. Dabei unterstütze ich meine Kunden. Content ist King, das ist klar. Und wenn die Inhalte gut gemacht sind, dann ist das Engagement der Teilnehmer hoch. Bei Resch & Frisch beispielsweise wissen wir, dass die Mitarbeiter 1,8 Mal am Tag die App zur Hand nehmen, um zu lernen oder um etwas nachzuschauen. Das ist richtig viel.    #00:26:47-0#

Marco: Wenn ich sicherstellen möchte, dass sich meine Mitarbeiter weiterbilden, funktioniert das hauptsächlich über coolen Content, oder kann ich auch Pflichtbereiche festlegen?    #00:26:58-2#

Margot: Aus meiner Sicht wird es natürlich verpflichtende Kurse geben müssen. Darüber hinaus kann man Inhalte anbieten, die optional zu absolvieren sind. Diese Bereiche muss ich als Führungskraft klar definieren. Ich muss dem Mitarbeiter verständlich machen, dass wir zwar den Content und die Arbeitszeit zur Verfügung stellen, gleichzeitig aber auch das Engagement des Mitarbeiters erwarten. Dann definieren wir gemeinsam, welche Kurse in welchem Zeitraum abgeschlossen sein müssen. Anhand der Statistiken kann ich nachprüfen, wer welchen Kurs besucht und abgeschlossen hat und auf welchem Stand die Lektionen in Bearbeitung sind. Ein solches Tracking ist sowohl möglich als auch notwendig, um dem Mitarbeiter die nötige Unterstützung geben zu können. Dabei helfen mir ausführliche Statistiken über den Lernfortschritt.    #00:28:05-0#

Marco: Gibt es auch eine Art internen Wettkampf, ein Gamificationprinzip, das zeigt, wer am besten abgeschnitten hat?    #00:28:12-1#

Margot: Ja, das ist bei Knowledge Fox über den Lernmodus möglich oder auch über ein Wissensduell, das eine spielerische Aneignung des Lernstoffs ermöglicht. Man startet ein Quiz, und bei jeder Frage rennen die Sekunden davon. Diese Art von Wettbewerb ist eine zusätzliche Motivation. Menschen wollen gegeneinander spielen und sich aneinander messen. Und das kann man sehr spannend aufziehen.    #00:28:55-5#

Marco: Man kann solche Wettbewerbe auch mit Anreizen versehen.    #00:28:58-3#

Margot: Ja, auch das ist eine gute Idee. Man vergibt die Möglichkeit, Punkte zu sammeln, und zwar automatisch über das System nach einem bestimmten Algorithmus. Dann wird festgelegt, dass unter den ersten zehn Besten ein schöner Preis verlost wird. Es ist eine gute Idee, eine Gamification in den Prozess einzubinden, denn das motiviert zusätzlich. Schließlich wissen wir, dass nicht alle beim Lernen so motiviert sind wie ich (lacht).    #00:29:25-9#

Marco: (Lacht) Dass du eine Appetitmacherin für das Lernen bist, das konnte ich heute intensiv erfahren. Unabhängig von den genannten Bonifikationen spielen auch Zertifikate eine wichtige Rolle. Können die Mitarbeiter durch die Nutzung deiner App dokumentieren, was sie erreicht haben?    #00:29:58-7#

Margot: Zertifikate sind wichtig. Wir haben bereits gehört, dass Menschen Aussicht auf Belohnung brauchen, damit sie sich in Bewegung setzen. Wenn wir Ziele erreichen, wird das Belohnungszentrum in unserem Gehirn aktiviert. Der Abschluss eines Kurses ist ein Erfolgserlebnis, und das wollen wir in Form eines Zertifikats honorieren. Als Mitarbeiter weiß ich, dass ich mich nun wieder auf neue Kurse und neue Inhalte konzentrieren kann. Unser System sendet diese Informationen automatisch an die Mailadresse des Mitarbeiters. Und natürlich kann man die Nachweise auch bei der nächsten Bewerbung vorlegen. Betriebsinterne Themen sind dabei weniger relevant, aber es gibt allgemeine Bereiche, die für andere Arbeitgeber genauso interessant sind.    #00:31:05-9#

Marco: Zumindest bestätigt ein Zertifikat, dass man sich intensiv mit gewissen Themen beschäftigt hat, und das ist etwas wert.    #00:31:09-6#

Margot: Das ist auf jeden Fall etwas wert, und das macht auch stolz. Zertifikate haben eine wichtige Bedeutung.    #00:31:20-5#

Marco: Das waren viele neue Erkenntnisse über das Microlearning. Ich hatte es mir sehr simpel vorgestellt, zum Beispiel, dass ich lediglich Fragen rund um den Hotelbetrieb beantworten muss. Das ist wahrscheinlich nur ein kleiner Teil vom Ganzen, was doch sehr intensiv ist. Man muss sich grundlegende Fragen stellen. Gibt es einen wichtigen Bereich rund um das digitale Lernen und Microlearning, den wir noch nicht angesprochen haben?      #00:31:55-3#

Margot: Die wesentlichen Punkte haben wir angesprochen. Wir freuen uns, unsere Kunden an die Hand zu nehmen und sie von Anfang an zu begleiten. Das Microlearning ist eine sinnvolle Ergänzung zu den bisherigen Schulungsmethoden, die in der Hotellerie in den meisten Fällen eingesetzt werden. Ich freue mich auf die Rückmeldung von interessierten Hoteliers, Gastronomen und Touristikern. Jedes Projekt ist anders, und auch wir lernen immer wieder Neues hinzu. Und genau so soll es sein, würde ich sagen.    #00:32:54-8#

Marco: Vielen Dank für die schönen Schlussworte, liebe Margot. Ich werde auf jeden Fall alle wichtigen Informationen in den Show Notes und im Artikel verlinken. Ich weiß jetzt, warum du dich „Appetitmacherin fürs Lernen“ nennst, denn meinen Appetit hast du definitiv geweckt. Danke für das Gespräch.    #00:33:09-8#

Über Margot Maaß

Margot Maaß, Gründerin und Geschäftsführerin der MicroLearning Academy, unterstützt seit 2013 ihre Kunden dabei, Mitarbeiter mittels einer Schulungs-App zeit- und ortsunabhängig zu schulen. Dabei setzt das Unternehmen auf die von KnowledgeFox® entwickelte Lernmethode und Software-Lösung, die mehrfach ausgezeichnet ist und bereits in zahlreichen touristischen Unternehmen und Organisationen erfolgreich genutzt wird.
Vor der Gründung ihres eigenen Unternehmens war Margot viele Jahre für die Hotellerie tätig, u.a. bei der ÖHV, als Leiterin der Akademien.
Die MicroLearning Academy bietet Full-Service für nachhaltigen Wissensaufbau: MicroLearning App, Beratung, Content Factory und ein umfangreiches MicroKursangebot.

Fotonachweis: (c) Andrea Sojka Fotografie

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