Hotel-Tech, die wirklich hilft

Vom Wissen zur Umsetzung: Wie Hotel-Tech Hotels im Alltag wirklich weiter bringt

Die Diskussion rund um Digitalisierung in der Hotellerie hat sich in den letzten Jahren spürbar verändert. Es geht längst nicht mehr darum, ob Hotels digital arbeiten, sondern wie sinnvoll und wie wirksam Technologie im Alltag eingesetzt wird. Genau an dieser Stelle setzt das White Paper „Hotel-Tech einfacher machen“ an.

Während der ÖHV-Technologie-Report 2025 ein realistisches Bild davon zeichnet, wo Österreichs Hotellerie aktuell steht, geht das White Paper einen entscheidenden Schritt weiter. Es übersetzt Zahlen, Benchmarks und Marktbeobachtungen in konkrete operative Leitlinien – und beantwortet damit eine Frage, die viele Hotelierinnen und Hoteliers umtreibt: Was davon hilft mir morgen früh im Betrieb wirklich weiter?

Weniger Systeme, mehr Klarheit

Eine der zentralen Botschaften des White Papers ist erstaunlich einfach – und gerade deshalb so relevant. Nicht die Anzahl eingesetzter Tools entscheidet über den digitalen Reifegrad eines Hotels, sondern die Klarheit darüber, welche Rolle jedes System im Betrieb spielt.

Die ÖHV-Technologieumfrage zeigt, dass nahezu alle Hotels mit professioneller Software arbeiten. PMS, Booking Engine, Channel Manager, CRM und zahlreiche Zusatzlösungen sind längst Standard. In der Praxis sind diese Systeme jedoch oft historisch gewachsen. Neue Tools wurden ergänzt, alte beibehalten, Prozesse angepasst. Eine übergeordnete Systemlogik fehlt jedoch häufig.

Das White Paper plädiert deshalb nicht für „mehr Technologie“, sondern für bewusste Reduktion und klare Zuständigkeiten. Operativ bedeutet das: Hoteliers sollten genau wissen, wo ihre Daten entstehen, wo sie weiterverarbeitet werden und an welcher Stelle daraus Umsatz, Effizienz oder Entlastung entsteht. Systeme ohne klaren Zweck verursachen vor allem eines – Komplexität.

Kennzahlen, die Entscheidungen ermöglichen

Ein weiterer Schwerpunkt des White Papers liegt auf der Frage, welche Kennzahlen Hotels künftig tatsächlich steuern sollten. Die ÖHV-Technologieumfrage macht deutlich, dass viele Betriebe zwar umfangreiche Reports erzeugen, diese aber oft rückblickend betrachtet werden – ohne unmittelbare Konsequenz für das operative Handeln.

Das White Paper fordert einen Perspektivenwechsel: weg von reinen Vergangenheitswerten, hin zu steuerungsrelevanten Kennzahlen, die Entscheidungen im laufenden Betrieb unterstützen. Dabei geht es weniger um neue Zahlen als um neue Zusammenhänge. Auslastung gewinnt erst dann Aussagekraft, wenn sie im Kontext von Preis, Nachfragezeitraum, Buchungskanal und Zusatzumsatz betrachtet wird.

Für den Hotelalltag heißt das: Weniger Kennzahlen, dafür regelmäßig analysiert und mit klaren Maßnahmen verknüpft. Nur so wird aus Controlling ein Führungsinstrument – und nicht bloß eine Pflichtübung.

Revenue Management als Entlastung, nicht als Kontrolle

Besonders deutlich wird der operative Anspruch des White Papers beim Thema Revenue Management. Die ÖHV-Technologieumfrage zeigt, dass ein erheblicher Teil der Betriebe Preise weiterhin manuell oder mit fixen Raten steuert. Gerade in Ferienhotels mit stark schwankender Nachfrage ist das ein strukturelles Risiko.

Das White Paper positioniert Revenue Management nicht als theoretisches Optimierungsmodell, sondern als praktisches Regelwerk, das Stabilität in Entscheidungen bringt. Automatisierte Preisanpassungen ersetzen dabei nicht die Erfahrung der Gastgeber, sondern entlasten sie von täglichen Einzelentscheidungen. Ziel ist nicht maximale Preissteigerung, sondern planbare Auslastung, ruhigere Prozesse und eine bessere Anpassung an reale Nachfrageverläufe.

CRM: Technologie für Beziehungen, nicht für Newsletter

Ein besonders spannender Punkt ist der Umgang mit Gästedaten. Die ÖHV-Technologieumfrage zeigt, dass viele Hotels automatisiert kommunizieren, aber längst nicht alle ein echtes CRM nutzen. Das White Paper greift diesen Widerspruch auf und formuliert eine klare Haltung: CRM ist kein Marketing-Add-on, sondern ein strategisches Führungsinstrument.

Operativ bedeutet das, Gästedaten nicht nur zu sammeln, sondern gezielt zu nutzen – für Segmentierung, personalisierte Angebote und eine durchgängige Kommunikation entlang der gesamten Guest Journey. Hotels, die ihr CRM richtig einsetzen, gewinnen nicht nur höhere Direktbuchungsanteile, sondern auch mehr Ruhe im Alltag, weil Prozesse standardisiert und gleichzeitig individueller werden.

Künstliche Intelligenz: pragmatisch statt visionär

Auch beim Thema KI bleibt das White Paper bewusst bodenständig. Die ÖHV-Technologieumfrage zeigt, dass viele Hotels bereits erste KI-Anwendungen nutzen oder testen. Gleichzeitig bestehen Unsicherheiten hinsichtlich Kosten, Integration und möglichem Verlust der persönlichen Note.

Das White Paper macht klar: KI ist kein Ersatz für Gastfreundschaft, sondern ein Werkzeug zur Entlastung. Besonders dort, wo repetitive Aufgaben Zeit und Energie binden – etwa bei Texterstellung, Übersetzungen oder der Vorstrukturierung von Anfragen – kann KI heute bereits sinnvoll eingesetzt werden. Entscheidend ist nicht die Technologie selbst, sondern ein klar definierter Anwendungsfall.

Interne Prozesse als Schlüssel zur Entlastung

Ein Bereich, der im operativen Alltag oft unterschätzt wird, sind interne Abläufe. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass viele Hotels ihre Gästekommunikation digitalisiert haben, interne Prozesse jedoch noch vergleichsweise analog funktionieren. Das White Paper sieht hier einen der größten Hebel für die kommenden Jahre.

Digitale Dienstplanung, Housekeeping-Organisation oder interne Kommunikation wirken auf den ersten Blick unspektakulär. In der Praxis entscheiden sie jedoch darüber, wie effizient Teams arbeiten, wie schnell neue Mitarbeitende eingelernt werden und wie hoch die tägliche Belastung für Führungskräfte ist. Gerade familiengeführte Betriebe profitieren hier besonders stark von klar strukturierten, digitalen Abläufen.

Hotel-Tech Fazit: Einfachheit als strategische Entscheidung

Das ÖHV-White Paper „Hotel-Tech einfacher machen“ ist kein Katalog von Tools und keine Produktübersicht. Es ist eine strategische Einladung zur Vereinfachung. Aufbauend auf den Erkenntnissen der ÖHV-Technologieumfrage 2025 zeigt es, dass Digitalisierung dann erfolgreich ist, wenn sie im Alltag kaum auffällt.

Hotels, die 2026 erfolgreich sein wollen, zeichnen sich nicht durch die modernste Technik aus, sondern durch klare Prozesse, gut integrierte Systeme und den Mut, sich von Überflüssigem zu trennen. Technologie wird damit vom Selbstzweck zum stillen Helfer – im Hintergrund wirksam, im Vordergrund entlastend.

Oder anders gesagt:
Gute Hotel-Tech spürt man nicht. Man merkt nur, dass der Betrieb besser läuft.

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